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Energiepreise 2017 – Aus- und Rückblick

Das vergangene Jahr war von einer Fortsetzung der Ölpreiserholung gekennzeichnet. Der leichte Abwärtstrend beim Erdgas ist kaum noch wahrnehmbar und leichte Steigflug beim Strompreis hält an. Allerdings ergeben sich für 2018 leichte Kostensenkungen bei den Umlagen – siehe EEG Umlage 2018 veröffentlicht.

Obige Darstellung bezieht sich auf Preisindizes mit Bezugsjahr 2007. Der Eindruck, dass Erdgas und Heizöl gleich viel kosten ist jedoch falsch. Bei den tatsächlichen Preisen besteht jedoch weiterhin ein deutlicher Preisvorteil des Heizöls.

Allerdings liegen diese Preisdaten nur bis Mitte 2017 vor, sodass der deutlich Anstieg in der zweiten Jahreshälfte in der zweiten Darstellung nicht berücksichtigt ist und sich tatsächlich die Preise deutlich angenähert haben.

Wer Energiekosten aus Verbrauchersicht vertiefen möchte, findet beim Bund der Energieverbraucher e.V. weitere Daten und jede Menge Informationen

Änderungen BAFA Energieberatung Mittelstand

Zum 1. Dezember 2017 gilt eine neue Richtlinie des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für das Förderprogramm „Energieberatung Mittelstand“ (EBM).

Leider handelt es sich jedoch nicht um eine vorgezogene Weihnachtsbescherung, denn die wesentlichste Veränderung ist eine Senkung der Fördersumme um 25%! Das heißt, die Fördernateil bleibt zwar mit 80% konstant, die maximale Fördersumme reduziert sich jedoch auf 6.000 Euro, sodass das Honorar für geförderte Energieberatungen ebenfalls auf 7.500 Euro sinkt.

Eine detaillierte Gegenüberstellung der alten und neuen Richtlinie stellt das BAFA hier bereit.

Für interessierte Unternehmen war teilweise die Frage, ob sie förderfähig sind, alles andere als einfach zu beantworten, vor allem falls sie Teil einer Unternehmensgruppe sind. Daher hat die Europäische Kommission einen „Benutzerleitfaden zur Definition von KMU“ veröffentlicht. Dieses Dokument bietet eine deutliche Erleichterung gegenüber den bisherigen Papieren und ist daher im Zweifel zur Lektüre empfohlen.

Und wie immer: Bei Fragen, einfach fragen…! ;-)

Neue Kostentreiber für EEG-Strom voraus

Auf europäischer Ebene finden gerade zwei Verfahren statt, die jeweils erhebliche Auswirkungen auf Art und Umfang deutscher EE-Stromvergütung haben könnten, wenn auch in unterschiedliche Richtungen.

Das erste Verfahren ist schon länger in Rede und behandelt die grundsätzlichen Vorbehalte des EU-Wettbewerbskommissars Almunia gegen die Entlastung tausender deutscher Unternehmen von der EEG-Umlage. Aus EU-Sicht handelt es sich dabei um eine unerlaubte Beihilfe, die wettbewerbsverzerrend wirke. Dass eine rein deutsche Zusatzbelastung wie die EEG-Umlage, die ebenfalls ausschließlich innerhalb Deutschlands für bestimmte Unternehmen erlassen wird, auf europäischer Ebene einen unerlaubten Vorteil bedeuten könne, scheint zunächst absurd. Aber einerseits ist Logik in solchen Fällen selten entscheidend und darüber hinaus könnte das Ganze eher aus einer politischen Motivation verständlich werden, z.B. dass Brüssel den deutschen Alleingang bremsen will, der auch andere Ländere massiv und selten positiv beeinflusst. Schlicht wird das deutsche „EE-Wunder“ nicht zuletzt für das de facto Scheitern des Emissionsrechtehandels und ausbleibende Anreize durch CO2-Zertifikate verantwortlich gemacht.

Auch wenn sich laut FAZ bei einem Gespräch zwischen Gabriel und Almunia KEIN Kompromiss abzeichnete, dürfte Anzahl und Volumen der EEG-Entlastung absehbar deutlich sinken. Dadurch vergrößerte sich das EEG-Umlageaufkommen deutlich und die durch alle Verbraucher zu zahlende EEG-Umlage sollte – ceteris paribus – sinken.

Ein Gerichtsverfahren am EuGH in Luxemburg könnte wiederum genau das Gegenteil bewirken. Sollte sich das Argument des EuGH-Generalanwalts durchsetzen, dass eine Begrenzung der Ökostromförderung auf nationale Erzeuger, wie derzeit im EEG, ein Verstoß gegen den Grundsatz der Warenverkehrsfreiheit sei, könnten EU-weit Ökostromerzeuger für ihre Lieferungen nach Deutschland in den Genuss der EEG-Vergütung kommen. Das wäre unweigerlich das Ende des EEG in seiner jetzigen Form.

Der Untergang der Kraft-Wärme-Kopplung

…wird es wohl nicht sein, aber die Zeit läuft für die Reform des EEG, die bis Ende Juni durchgepeitscht und ab 1.8.2014 rechtskräftig werden soll.

Gemäß Gabriels Eckpunktepapier, das seit einigen Wochen kursiert, ist jedoch eine kleine Bombe enthalten, die vor allem fossile Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (KWK) betrifft, obwohl diese vom EEG eigentlich gar nicht abgedeckt sind. Ihre Wirtschaftlichkeit wird massiv sinken, denn die Eigenstromerzeugung soll ebenfalls in den EEG-Belastungsausgleich mit einbezogen und mit einer Mindestumlage belegt werden.

Aus der Anlage zum Eckpunktepapier ergeben sich die konkreten Vorschläge:

  • Grundsätzlich müssen Neuanlagen zukünftig 90% der EEG-Umlage auf den Eigenstromverbrauch abführen.
  • Bei EE- und KWK-Anlagen beträgt dieser Satz 70%.
  • Für Altanlagen wird die Befreiung in Höhe der EEG-Umlage 2013 von 5,28 Ct/kWh festgeschrieben.

Insbesondere den letzten Punkt könnte man als annähernd fair bezeichnen, denn die Investitionsentscheidungen für bestehende KWK wurden zumeist ausgehend von den viel niedrigeren EEG-Umlagen der Vergangenheit gefällt. Die Änderung schmälert also das Sahnehäubchen, aber es bringt keine (vernünftige) Investitionsrechnung ins Wanken.

Die 70%ige Mindestumlage bedeutet aber Stand heute eine Belastung i.H.v. 4,37 Ct/kWh, der Vorteil gegenüber „normalem Netzbezug“ sinkt also auf 1,87 Ct/kWh. Natürlich spart man weiterhin die Netznutzungsentgelte, erhält die Energiesteuererstattung auf den gesamten KWK-Brennstoff und die KWK-Zulage, sodass in vielen Fällen weiterhin Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Aber bereits heute ist absehbar, dass die Ausbauziele der KWK nicht mehr zu erreichen sind, wie die Verbände B.KWK, ViK und VfW in einer gemeinsamen Stellungnahme deutlich machen.

Diese Entwicklung ist aus mehreren Gründen fatal:

  • KWK ist als dezentrale und flexible Stromerzeugungskapazität der ideale Gegenpol zu den fluktuierenden Erneuerbaren.
  • KWK ist nah am Verbraucher und entlastet daher die Netze.
  • In Zeiten der endgültigen Abschaltung hochmoderner Gaskraftwerke wäre der Aufbau der sauberen KWK-Kapazität der Kohle-Renaissance natürlich vorzuziehen, um die benötigte Kapazitäten zu schaffen.
  • KWK ist Basistechnologie für einen der wenigen absehbar sinnvollen und wirtschaftlichen Stromspeicher.

Ja, richtig gelesen: In Kombination mit der Power-to-Gas-Technik sinken zwar die Wirkungsgrade, aber das ist immer noch viel besser als überschüssigen Wind- und Sonnenstrom wegzuwerfen bzw. zu verschenken. Dadurch kann automatisch das Erdgasnetz als riesiger Energiespeicher fungieren, was das Stromnetz niemals leisten kann. Aber wenn die großen Gaskraftwerke aus wirtschaftlichen Gründen vom Netz gehen, bleiben aber nur KWK-Anlagen für die Rückverstromung des synthetischen Gases!

Es bleibt daher leider nur das ernüchternde Fazit, dass mit der vorliegenden Planung zwar kurzfristig eine Dämpfung der EEG-Umlagensteigerung erreicht wird, da vielmehr Strom in den Ausgleich einbezogen wird. Allerdings werden damit langfristig neue Probleme entstehen und eine dauerhafte Stabilisierung der Letztverbraucherstrompreise vermutlich gerade nicht erreicht.

Ende des Fracking-Booms absehbar

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Wie unsere Kunden wissen, sind wir bereits seit langem skeptisch hinsichtlich der Nachhaltigkeit und der Sinnhaftigkeit des Frackings, auch und gerade in den USA. Wie die FAZ heute in Online- und Print-Ausgabe schreibt, zeichnet sich bereits Ende des Booms ab. Nicht nur dass sich die starken Steigerungen nicht unbegrenzt fortsetzen lassen, auch die Wirtschaftlichkeit bleibt oft auf der Strecke, sodass die Unternehmen Investitionen drastisch zurückfahren.

Schon allein aufgrund der extremen Natureingriffe, die mit Fracking und anderen unkonventionellen Fördermethoden einhergehen, können wir vermutlich froh sein, wenn sich der Fokus wieder auf Energieeffizienz und Einsparmöglichkeiten richtet.

Schöne Bescherung von der BAFA

Gute Nachrichten für Energieeffizienzprojekte im Jahr 2014 vermeldet die BAFA auf ihrer Webseite unter der Förderung von Querschnittstechnologien.

Insbesondere die Bedingungen für Investitionen in energieeffiziente Beleuchtung mit LEDs verbessern sich, denn zukünftig sinkt der Schwellwert für förderfähige Investitionen von 5.000 auf 2.000 Euro. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass auch kleinere Pilotprojekte zur Erprobung von LED-Technik in der jeweiligen Produktionsumgebung förderfähig sind.

Einsatz von LEDs zur Beleuchtung verspricht erhebliche Stromeinsparungen von bis 70% bei vergleichbarer Leuchtstärke. Zusätzlich können aufgrund der erheblich längeren Lebensdauer weitere Betriebskosten für den Austausch gesenkt werden. Bei den stetig steigenden Strompreisen machen sich die Investitionen in LED daher häufig schnell bezahlt.

Doch bevor Sie sich nun auf die Suche nach einem LED-Online-Shop machen, sollten Sie mit unseren erfahrenen Experten sprechen.

Auch geförderte Fehlinvestitionen bleiben Fehlinvestitionen. Sie kosten letztlich Ihre Zeit und Geld und sind besonders ärgerlich, weil vermeidbar.

Preisgarantie garantiert natürlich nicht den Preis

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Anlass für aktuelle Aufregung über die Energiekonzerne ist RWEs Ankündigung ausgerechnet die Strompreise für Garantieverträge anzuheben. Natürlich klingt es zunächst absurd, dass die Preisgarantie völlig wirkungslos ist, denn die Letztverbraucher interessieren letztlich nur die effektiven Stückkosten und nicht die Zusammensetzung des Strompreises.

Wie das Bild zeigt, sind 2014 jedoch nur 29% des durchschnittlichen Haushaltsstrompreises direkt durch die Stromvermarkter beeinflussbar, nämlich die Beschaffungs- bzw. Erzeugungskosten sowie Vertriebskosten und -margen.

Daher wird keine Stromlieferant absolute Preisgarantien abgeben können!

Ein weitere Folge dieser Entwicklung ist, dass die Preisunterschiede immer geringer werden. Hat man also den Grundversorgertarif verlassen und einen einigermaßen vernünftigen Lieferanten, wird ein Wechsel kaum etwas bringen. Dennoch sollte man es versuchen und regelmäßig eine Preisorientierung über eines der gängigen Vergleichsportale einholen.

Garantieverträge bringen also vor allem eines und zwar in der Regel lange Vertragslaufzeiten und die nehmen einem dann noch die letzten Chancen, kurzfristig die Stromkosten zu minimieren. Also lieber Finger weg und Flexibilität erhalten.

Was bleibt, ist schlicht weniger Strom zu verbrauchen. Dann sparen Sie 29 Ct pro kWh und nicht 0,5 Ct pro kWh, wie bei einem Lieferantenwechsel.

dena-Energieeffizienzkongress 2013 am 25. und 26. November 2013

Eine verlässliche, bezahlbare und klimaschonende Energieversorgung setzt integriertes Denken und Planen voraus. Die Energiewende lebt vom kritisch-konstruktiven Dialog über den optimalen Weg der
Umsetzung. Der dena-Energieeffizienzkongress ist die Veranstaltung, die alle Kräfte bündelt.

Die Online-Anmeldung ist geschlossen. Mit dem Anmeldeformular können Sie sich direkt vor Ort registrieren.

Weitere Informationen unter www.dena-kongress.de

Ort:

bcc Berlin Congress Center

Alexanderstr. 11

10178 Berlin

Deutschland stürzt im Klima-Ranking ab

Schlechte Nachrichten für die Berliner Energiepolitik:

http://www.energie-und-management.de/?id=84&no_cache=1&terminID=102162

Dass die Energiewende für gewerbliche und private Stromkunden vor allem teuer ist, dürfte bekannt sein. Nicht weit bekannt ist hingegen, dass die vielfältigen Dichotomien des deutschen Strommarktes hochmoderne Gaskraftwerk unwirtschaftlich machen und die – unter anderem durch den amerikanischen „Shale gas-Boom“ – verbilligte Kohle zu einem Anstieg der CO2-Emissionen aus der deutschen Stromerzeugung geführt hat. Auch in Hinblick auf den Klimaschutz können also keine Erfolge verbucht werden.

Der jetzt publizierte Absturz Deutschlands im Klimaschutz-Index von Germanwatch und Climate Action Network wird insbesondere mit dem Auftreten deutscher Vertreter in Brüssel begründet. „Deutschland verliert vor allem wegen seiner Unentschiedenheit in Sachen Reform des Emissionshandels und wegen seiner Blockade der EU-Richtlinien für spritsparende Autos und Energieeffizienz“, so Jan Burck, Teamleiter Teamleiter Deutsche und EU-Klimapolitik bei Germanwatch.

Eine deutschsprachige Zusammenfassung kann bei Germanwatch abgerufen werden: http://germanwatch.org/de/download/8602.pdf

Strompreiserhöhungen bei über 180 Anbietern erwartet

Die gute Nachricht ist, dass die genannten 180 Anbieter nur eine Minderheit darstellen. Das heißt, die überwiegende Mehrzahl der Anbieter kann die Erhöhungen der EEG-Umlage durch gesunkene Beschaffungskosten kompensieren.

Das dürfte jedoch nur Privatkunden nutzen. Gewerbliche Stromangebote geben üblicherweise alle Umlagen eins zu eins weiter, sodass sich die um 18% erhöhte EEG-Umlage in den Energiekosten der allermeisten Unternehmen wiederfinden wird.

http://www.strom-magazin.de/strommarkt/mindestens-180-stromanbieter-erhoehen-die-preise_33837.html?utm_source=nl_strom-magazin&utm_medium=emailmarketing&utm_campaign=2013-11-20